ROGATE


ROGATE

Betet!

Der vergangene Sonntag rückt das Beten in den Vordergrund und ich meine Brille zurecht.

Denn BETEN, das ist für mich die persönlichste Art der Glaubensausübung und mit einer der ernsteren Angelegenheiten. Das erfordert Durch- und Weitblick, Empathie und eben jene Konzentration, die mich fast schon an Ernsthaftigkeit erinnert. Darum der move zur oberen Brillenkante hin. Damit signalisiere ich: Achtung, jetzt wird´s ernst bzw. komplex😉

Denn BETEN hat nicht nur fünf Buchstaben, sondern mindestens genauso viele Aspekte, die man Bedenken kann…

Ich versuche alles um mich herum auszublenden, öffne mein Herz und lasse das Erlebte Revue passieren. Oft gestellte Fragen sind dabei z.B.

Wofür bin ich Gott dankbar? Wo bitte ich um seine Unterstützung? Was bedrückt mich? Ist es persönlich oder widerfährt es eine*r Anderen? Betrifft es mich, meine Familie, meinen Freundeskreis oder ist es noch weiter gefasst?

Alles irgendwie auch Bestandteil der Worte aus Matthäusevangelium 6,9-13.

„Das Vaterunser verbindet die weltweite Christenheit und ist in viele Sprachen übersetzt. In jedem Gottesdienst wird es gesprochen, dazu läuten die Glocken.“

Mmmh, moment. (M)ein persönliches Gebet an Gott gerichtet, im quasi Gleichklang während des Gottesdienstes, unisono mit mir möglicherweise Fremden beten. Geht das?! Ist das nicht ein Widerspruch?!

Jein. Ich finde, es ist eher ein „Wieder-Spruch“. Da wir Christen diese Worte immer wieder sprechen. Und obwohl sie vermeintlich standardisiert sind, lassen sie meiner Meinung nach Persönliches mitschwingen und bieten Raum, individuelle Erfahrungen und Begegnungen betend vor Gott zu bringen.

Ähnlich bei den Psalmen, traditionellen Segenswünschen und Gebeten der zahlreichen christlichen Orden/ Kommunitäten, genauso wie in Liedtexten.

Beten ist also doch nicht schwierig und erfordert meinen move zur Brille vielleicht gar nicht. Beten ist aber wichtig zur Glaubensübung, insofern können wir die Aufforderung des ROGATE-Sonntags als Anlass nehmen, unser eigenes Beten zu reflektieren und vielleicht mit anderen darüber ins Gespräch zu kommen…

 

Chrisi

Wald Foto: Christiane Scheibler
Wald Foto: Christiane Scheibler

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