Es reicht!
Wie ich lernte, dass ich gut genug bin
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Da ist dieser Mensch, der es eilig hat. Ich sehe, wie er rennt – und schon kommt er mir innerlich nahe. Zielgerichtet und zügig unterwegs sein ist doch positiv! Mehr in eine Zeiteinheit packen! Den Hang, sich selbst zu optimieren, kenne ich. Auch auf bekannten Strecken das Navi anschalten, damit man nicht unnütz irgendwo in einem Stau hängt. Sogar im Stadtverkehr.
Auf dem Weg zum Ziel gerade noch was mit erledigen. Ist meine Spezialität.
Rennen als Lebensgefühl? Gibt es. Hier jetzt rennt dieser Mensch zu Jesus, um gerade noch eine Frage loszuwerden: „Was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben?“ Darf man frei wiedergeben: „Wie kann mein Leben wesentlich werden? Das es sich lohnt, dass was bleibt – und ich einen Unterschied mache?“
Was muss ich tun?
Die Antwort Jesu an den reichen jungen Mann ist typisch und einfach: Handele nach den Weisungen zum Leben, du sollst nicht töten, ehebrechen, stehlen, lügen, die Eltern ehren.
Irgendwie jedoch kommt keine Ruhe in diesen Menschen. „Das mache ich schon mein Leben lang.“ lautet deshalb seine Antwort.
Und Jesus sah ihn an.
Plötzlich werde ich ansichtig in all meinen Bemühungen, es irgendwem recht zu machen. Und sogar dem Ewigen. Reicht das?
„Eines fehlt noch!“ sagt Jesus. Wer schon als High Performer unterwegs ist, freut sich. Nur noch eine Sache und ich habe es gepackt! Das mache ich gleich heute Nachmittag. Na gut, morgen Nachmittag.
Was ist es denn?
„Und Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eines fehlt dir. Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach!“ (Mk 10,21).
Ach Du ...eiße!
Welches Vermögen habe ich denn, das mich ausmacht: Materielles Vermögen, geistiges Vermögen, musikalisches Vermögen, psychisches Vermögen… Und weshalb fühlt es sich an wie: Unvermögen?
Geht es nicht um Geld? Ja klar! Die Wortherkunft verrät es schon: Geld hat mit Geltung zu tun. Was soll bei mir denn gelten? Und reicht das?
Oder ist es noch schlimmer? Hinter all dem taucht eine noch tiefere Sehnsucht auf: Reiche ich?
Bin ich gut genug, so wie ich bin, liebenswert, ein ganzer Mensch, immer schon angesehen. Einfach weil ich da bin?
Ansehen kommt von ansehen
In einer Welt, die häufig mit Defiziten hantiert, manchmal schwer zu glauben.
In der Uni geht es auf die Zielgrade der Vorlesungszeit. Reicht es für die nächste Klausur? Oder das Staatsexamen? Der Druck ist oftmals hoch. Besonders der, den ich mir selbst mache.
Ob ich grundsätzlich richtig bin? Wer sagt mir das?
„Und Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb“
So einfach, einfach so.
Und ich fühle: Mein Ansehen habe ich durchs Ansehen. Aus dieser Beziehung heraus lässt sich durchgehen und aussortieren: Was keine Qualität hat, ein Schatz im Himmel zu sein. Und um Himmel ging es doch, oder?
Dort, wo mein Schatz ist, ist auch mein Herz.
Nochmal zum Mitschreiben:
Jesus erinnert an das was schon da ist: Nämlich der junge Mann selbst. Da muss also gar nichts dazu kommen, damit er bei "heavenly-booking.com" noch eine Unterkunft findet. Es reicht schon lange. Ich reiche schon lange. Und jetzt kommt das auch bei mir an.
Wenn - dann, um-zu, wehe, wenn nicht sind in diesem Zusammenhang Geschäftsmodelle. So funktioniert das nicht. Zum Glück!
Für dieses Mal bleibt der sogenannte reiche Jüngling bei seinem Besitz und traurig zurück.
Morgen jedoch ist ein neuer Tag: Ich lasse mich neu ansehen und höre neu die Einladung von unbedingter Liebe. Wie sie Christus in die Welt gebracht hat.
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