Vorlesungsfrei. Zeit, um neu zu hören


Vorlesungsfrei

Zeit, um neu zu hören


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Die vorlesungsfreie Zeit ist da. Während in einer Kita immer vorgelesen wird

– also  i m m e r –

gibt es im universitären Kontext verwaiste Hörsäle. Zweimal im Jahr.

 

Vorlesungen entstanden mit dem Aufkommen der Universitäten im frühen Mittelalter.

Das Netz war schlecht, bzw. oftmals noch gar nicht erfunden. Von WLAN sprach niemand.

 

Lesen und lauschen war das Mittel der Wahl.

 

So ist es oft geblieben. Über Jahrhunderte. Auf der einen Seite der Dozent/die Dozentin, auf der anderen Studierende, die hinhören.

 

Dieses Grundmuster der Kommunikation findet sich auch in anderen Zusammenhängen. Wobei Hinhören für den Prozess des Verstehens eine eigene Qualität hat. Heißt es darum Hörsaal und nicht Lesesaal?

Hören ist also wichtig!

 

Der Philosoph Paul Watzlawick hat es auf die Formel gebracht: „Ich weiß nicht, was ich gesagt habe, bevor ich die Antwort meines Gegenübers gehört habe.“ 

Ist das der Grund, warum es in der vorlesungsfreien Zeit Klausuren gibt? Oder Hausarbeiten? Damit die Vorlesenden verstehen, was sie gesagt haben? Also: Gebt den Lehrenden eine Chance dazuzulernen und antwortet! 

Gut hinzuhören ist geradezu eine theologische Kategorie: „Der Glaube kommt aus dem Hören.“ (Röm 10,17)

In der Bibelausgabe von Martin Luther steht allerdings immer noch,  ….“aus der Predigt.“

Also wird gepredigt. Und als stünde dort „viel hilft viel“ dauert das dann manchmal schon Ewigkeiten. Kann passieren. 

 

Vorlesungsfrei wäre ja eine Riesenchance für mich: Das Gehörte verarbeiten, ins eigene Leben lauschen. Gerade auch, weil ich oft rede. Manchmal auch lange.

Und ich könnte etwas verpassen: Jesus ist das Wort Gottes (vgl. Joh. 1,14) Gott redet durch ihn. Ins Universum und in meine Welt. Das möchte ich mitkriegen. Mit allen Sinnen, insbesondere durchs Hören.

 

Den Wohlklang von Liebesworten

Sound der Hoffnung

Die Harmonie des Glaubens.

Das alles möchte ich unbedingt mitbekommen.

 

Ob deshalb Schweigewochen gerade echt gefragt sind?

Hab ich auch schon gemacht.

 

Und bei Johannes, der die Offenbarung aufgeschrieben hat, lesen wir: "Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt." (Offb 2,29; 3,6; 3,13.22) Wörtlich jedoch steht da, wer ein Ohr hat... Das Ohr des Geistes ist gemeint. Man könnte auch sagen: Man hört nur mit dem Herzen gut. Frei nach Antoine de Saint-Exupéry.

 

Na also! Es gibt noch etwas zu entdecken, jenseits des Studiums. Und Hören wird zum Abenteuer.

 

Ich wünsche Dir ein gutes Vorlesungsfrei – und viele gute Entdeckungen im Hörsaal des eigenen Lebens.

Foto: unsplash
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